Fertigstellung:
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Baufortschritt 2003 |
Die
Korken knallten am
12.09.2003, denn an diesem Tag war das Taipei 101, wie das
Gebäude nun hieß, höher als die
Petronas Twin Towers in
Kuala Lumpur. Der Rekord wurde natürlich erst nach der
Fertigstellung 2004 offiziell anerkannt. Der Antrag an das
Council of
Tall Buildings and Urban Habitat wurde noch am selben Tag
gestellt.
Im
Business-Zentrum der taiwanesischen Metropole, auch genannt
Manhattan von Taipei, wuchs seit 1999 der mächtigste Turm der
Welt in den Himmel, der nun auch das „Taipei Financial Center“
inklusive Taiwans Börse beheimatet.
Herausforderung Schwemmland
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Schwingungsdämpfer |
Der
Grund in Taipei besteht aus
sumpfigem Schwemmland, das erst in 60 Metern Tiefe in Fels
übergeht, weshalb insgesamt 550 Pfeiler bis zu 80 Meter tief in
den sumpfigen Boden getrieben wurden um dem Fundament Halt zu
geben.
Auf ihnen ruht der Wolkenkratzer nun wie ein Pfahlbau. In jeder
achten Etage sind mächtige Querstreben, die den Kern mit den
Säulen verbinden, eingezogen. Diese Streben füllen je ein ganzes
Stockwerk aus. Insgesamt elf Etagen werden allein für
Fluchträume, Wassertanks und Versorgungstechnik belegt.
Der
weltgrößte Schwingungsdämpfer, eine 660 Tonnen schwere
Stahlkugel, aufgehängt
im 92. Stockwerk, soll die
Schwingungen des Gebäudes bei Stürmen ausgleichen. Als
Riesenpendel hält sie das Bauwerk im Lot. Die graue Stahlkugel
wurde vergoldet und dient als Touristenattraktion.
Erdbeben während des
Baus
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Die Kräne vor dem Erdbeben |
Ein
Erdbeben der Stärke 6.8 erschütterte Taipei am 31.03.2002. Einen
Tag darauf fragten die Offiziellen der Stadt sich ob es richtig
war das höchste Gebäude der Welt ausgerechnet hier zu erbauen.
Während
des Erbebens wurden zwei Kräne an der Spitze des bereits 60
Stockwerke hohen Gebäudes aus den Verankerungen gerissen und
fielen in die Tiefe. Fünf Bauarbeiter kamen ums Leben, darunter
auch die beiden Kranführer, die in ihren Führerhäuschen keine
Chance zum überleben hatten.
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Nach dem Erdbeben |
Mit
den Kränen fielen auch Stahlträger und Zementtrümmer zu Boden,
die 10 Menschen verletzten und mehrere Fahrzeuge zerstörten.
Taiwan
sitzt auf zwei sich bewegenden Erdplatten und wird von mehreren
tausend Erdbeben im Jahr erschüttert. Im September 1999 starben
2.378 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 7,6. Die meisten
Bewegungen finden jedoch tief unter dem Meer statt, wo sie
keinen Schaden anrichten.
Nachdem
das Gebäude gründlich untersucht wurde, beschloss die Stadt
unverändert an den 101 Stockwerken festzuhalten. Die
Untersuchungen hatten gezeigt, dass das Gebäude nicht allzu
stark beschädigt wurde.
Die Deutsche Fassade
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Fassadenteile |
Fassaden
"Made in Germany" sind auch in Fernost gefragt. Die Josef
Gartner GmbH aus dem bayerischen Gundelfingen erhielt den
Auftrag die Fassade des neuen Super-Towers zu fertigen. Als
einer der international führenden Fassadenhersteller arbeitete
die Firma bereits am viert höchsten Gebäude der Welt, dem Jin
Mao Building in Shanghai.
Insgesamt
17.000 Fassadenelemente wurden montiert und ragen bis zu einer
Höhe von 508 Metern in den Himmel.
Nach
den Anschlägen in New York wird die Sicherheit von Hochhäusern
weiter verbessert, deshalb wurden die Fassaden einem extremen
Härtetest ausgesetzt. Aber nicht nur aus diesem Grund. Der
Taipei Financial Center entstand ausgerechnet in Taiwan,
inmitten einer der aktivsten Taifun- und Erdbebenregionen.
Damit
man mögliche Unfälle in Folge von Naturkatastrophen ausschließen
kann, unterzogen die Gundelfinger ihre Fassaden massiven
Belastungstests. Der schwierigste: Ein 2000 PS starker
Flugzeugmotor simuliert einen Taifun mit Windstärke 13.
Künstlicher Regen wird auf die Scheiben gespritzt. Das
Spezialglas darf nicht brechen. Der Rahmen und die Dichtungen
dürfen keinen Tropfen durchlassen, dem Sturm keinen
Angriffspunkt bieten.
Das
die Tests nötig sind, zeigte das Erdbeben vom 31. März 2002, dem
die bereits montierte Fassade der unteren Stockwerke standhielt
.
Die Planungsphase
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Das Atrium |
Das
Taipei Financial Center wurde in Taipeis neuem Geschäftsviertel
errichtet, in unmittelbarer Nähe zur gerade erbauten City Hall.
Es handelt sich um einen reinen Büroturm, den die Taipei
Financial Centre Corp. nach Plänen der Architekten C.Y. Lee &
Partners, ebenfalls aus Taipei, errichten lies.
Schon
2003 hat das Taipei Financial Center (Jetzt Taipei 101) alle vier Disziplinen
um das höchste Gebäude der Welt für sich entschieden (siehe auch:
Top10 Heute). Erreicht
werden diese Werte, da die 60 Meter lange Antenne die Form einer Zinne
erhielt und damit genau wie bei den
Petronas Twin Towers
zur strukturellen Höhe des Gebäudes gehört.
Ursprünglich
war das Gebäude 1997 mit 66 Stockwerken geplant worden. Um
jedoch auch die Börse Taiwans aufnehmen zu können, wurde der
Plan auf 88 Stockwerke verändert. Neue geplante Höhe damals 422
Meter. Im Januar 1999 wurden die Planungen erneut verworfen und
das Gebäude für 101 Stockwerke (daher auch der neue Name) und
508 Meter Höhe neu entworfen.
Taipei
Stadt hat den Grund für das Gebäude gestiftet. Dafür wird das
Gebäude nach 50 Jahren Führung durch die Taipei International
Financial Building Co., einem Konsortium aus internationalen
Investoren, an die Stadt übergeben werden.
Mit
dem Bau wurde im Juni 1999 begonnen.